Heise 05.08.2026
07:30 Uhr

heise+ | Linux fürs Firmennetz: Von Protokollstack bis Switch-Hardware


Nicht alle Distributionen eignen sich gleichermaßen: Routing-Stacks erweitern die Protokollunterstützung, Switching-Betriebssysteme steuern die Netzwerkhardware

heise+ | Linux fürs Firmennetz: Von Protokollstack bis Switch-Hardware

Vom Beginn seiner Entwicklung an ist Linux kommunikativ. Schon Linux 1.0 verfügte über stabiles IP-Routing zwischen mehreren Interfaces und enthielt das ursprünglich von Sun Microsystems entwickelte Network File System (NFS) für Clients und Server. Damit war es von Anfang an als Betriebssystem für vernetzte Server und die Nutzung von externem Storage prädestiniert. Zusätzlich wurden weitere elementare Netzwerkfunktionen wie DHCP, DNS und NTP (Zeitsynchronisation) fest im Userspace verankert. Heute lässt sich nahezu jede Netzwerkfunktion auf einem Linux-Server implementieren.

Mit Cumulus und SONiC existieren leistungsfähige Switching-Betriebssysteme. Die Routing-Stacks FRRouting, OcNOS und VyOS stellen alle verbreiteten Protokolle wie BGP, EIGRP, IS-IS, OSPF und weitere bereit; sie werden später vorgestellt. Auch die Hersteller von Netzwerkequipment steuern Code zu Linux bei. So sind die Treiber für Netzwerkkarten von Broadcom, Intel und Mellanox (Nvidia) direkt in den Linux-Kernel integriert, was zu hoher Performance durch RDMA und Hardware-Offloading führt.

Wenn man einen Linux-Server als dedizierten Netzwerkknoten einsetzt (etwa als Proxy oder Firewall), geht es nicht um möglichst viele Netzwerkfunktionen, sondern um die Reduzierung auf die wesentlichen. Die Härtung des Betriebssystems erfolgt durch die Auswahl besonders erprobter, stabiler und das Weglassen nicht benötigter Softwaremodule.